Lebenslauf
28. Juli 1948
Mein Geburtstag in Auggen, einem kleinen Weinort in Baden. Dort wird mir nicht nur die Liebe zu guten Weinen in die Wiege gelegt, sondern auch die Liebe zur Gastronomie. Denn meine Eltern Lore und Karl Müller bewirtschaften das Restaurant "Lug ins Land" mit Pension in Raich im Kleinen Wiesental. Dort, unterhalb des Belchens im Südschwarzwald, wachse ich als zweitältestes Kind auf – mit drei Brüdern und drei Schwestern.
1956
Etwa acht Jahre bin ich alt, als ich beginne, kreativ zu bruzzeln. Aus Spaß und weil mein Vater am Herd öfters Hilfe braucht.
1963
Der Schulabschluss ist geschafft! Die Zeit an der kleinen Landhauptschule, in der die Klassen 1 bis 8 in einem Raum unterrichtet werden, ist zu Ende. "Dieter, du wirst einmal Schiffskoch", prophezeit mein Direktor. Aber genau das werde ich nie sein. Ein Lehrer meint, ich werde wohl Künstler, weil ich sehr große Begabung im Malen habe. (Später geht diese Fähigkeit auf die Teller.) Ich selbst will am liebsten Fußballspieler werden. Ich habe wirklich Talent. Aber mein Vater sagt: "Sonntags wird gekocht und nicht Fußball gespielt." So fehlt es mir am ausgiebigen Training. Außerdem hat er von meiner Berufswahl eine klare Vorstellung: "Du wirst Koch, gegessen wird in guten wie in schlechten Zeiten." Noch im selben Jahr beginne ich im Hotel Bauer in Müllheim/Baden eine Kochlehre. Als 15-Jähriger mit 1,50 Metern brauche ich manchmal einen Schemel, um in die großen Töpfe gucken zu können. Auch meine Geschwister gehen, bis auf einen Bruder, in die Gastronomie.
1966 – 1971
Nach drei Jahren Ausbildung schließe ich im Hotel Bauer meine Lehre mit Auszeichnung ab – als bester von 200 Prüflingen. Weil die Eltern es wünschen, folgen zwei Jahre in ihrem Betrieb, danach kommt die Bundeswehrzeit in Esslingen. Nach der Grundausbildung darf ich kochen und werde schon drei Monate später für die beste Bundeswehrküche ausgezeichnet.
1971 – 1973
Meine Wanderjahre beginnen in der Schweiz in Bern, wo ich unter Altmeister Ernesto Schlegel im Schweizer Hof kochen darf, damals die Nummer eins der schweizerischen Gourmet-Adressen. Nach der gutbürgerlichen lerne ich hier die klassische französische Küche kennen: Trüffel, Gänseleber, Buttersoßen, Crème fraiche ... Das verzaubert mich. Es ist für mich eine Neugeburt als Koch. Von Bern wechsle ich 1972 ins Hotel Miramare Beach, ein Schwester-Hotel des Schweizer Hofs auf der griechischen Insel Korfu, um in der Küche weitere Erfahrungen zu sammeln.
1973 – 1981
Mein Bruder Jörg und ich kochen als Team: Er hat die "Schweizer Stuben" in Wertheim-Bettingen als Küchenchef übernommen und bittet mich um Unterstützung. Eigentlich wollte ich mich in Frankreich bei einem Drei-Sterne-Koch weiterbilden, aber dazu erhalten Deutsche (noch) gar keine Chance. So koche ich mit Jörg und mache "nebenher" 1976 meine Abschlussprüfung als Küchenmeister.
Unsere Art zu kochen kommt an. Auf einmal beginnt das deutsche Küchenwunder und die Nouvelle Cuisine wird in Deutschland integriert. 1974 erhalten wir den ersten Stern im Guide Michelin, 1977 den zweiten Stern. Als Klaus Besser 1979 seine erste deutsche Restauranthitliste herausgibt, führen wir sie als "die Wunderknaben von Wertheim-Bettingen" an.
1981 – 1990
Als Jörg 1981 in sein Restaurant auf Sylt wechselt, bleibe ich als alleiniger Küchenchef in den "Schweizer Stuben" – bis zum Sommer 1990. In dieser Zeit werde ich zweimal Koch des Jahres: 1982 bei Champagnerfirma Krug, 1988 bei Gault Millau. Letzterer zählt mich zu den 16 besten Köchen der Welt und zeichnet meine Küche mit 19,5 Punkten aus. Es ist das erste Mal, dass ein Deutscher diese Punktzahl erreicht, und eine bis heute unübertroffene Höchstbewertung.
1988
Ich veröffentliche mein erstes Buch: "Das Dieter Müller Kochbuch". Es erhält im Jahr darauf die Goldmedaille der Gastronomischen Akademie Deutschland.
1990 – 1992
Ich nutze die Chance, noch mal auf Wanderschaft zu gehen. Dafür habe ich Zeit, weil ich das Angebot, Chef aller Ritz-Gourmet-Restaurants zu werden, ausschlage und stattdessen Ende 1990 einen Vertrag bei Hotelier Thomas Althoff als Küchenchef und Patron des Restaurants im Bergisch Gladbacher Schlosshotel Lerbach unterschreibe. Ein Schloss war immer mein Traum. Bis zum Ende der Renovierung bin ich unterwegs: als Repräsentant der deutschen Küche in vielen Häusern von Ritz Carlton und Hilton. Ich koche in Japan, Australien, USA, Hawaii, Frankreich und Thailand.
28. Februar 1992
Das Gourmet-Restaurant Dieter Müller eröffnet im Schlosshotel Lerbach in Bergisch Gladbach. Während ich als Küchenchef fürs Wohlbefinden der Gäste sorge, ist meine Frau Birgit als Gastgeberin und gute Seele im Restaurant aktiv. 1993 gibt’s den ersten Michelinstern, 1994 bereits den zweiten. Im selben Jahr wird das Restaurant Mitglied bei Relais & Château und Relais Gourmand, im Jahr darauf bei Tradition & Qualité.
1997
Ein langgehegter Wunsch erfüllt sich: Ich bekomme den dritten Stern im Guide Michelin. Weltweit erhalten ihn 32 weitere Köche, davon zwei in Deutschland.
1998
Als Koch des Jahres zeichnet mich „Der Feinschmecker“ aus.
2000
Im Frühjahr erscheint mein Kochbuch "Geheimnisse aus meiner Drei-Sterne-Küche", im November wird es als weltbestes Kochbuch ausgezeichnet durch den "Prix la Mazille International". Ich erhalte diesen begehrtesten Kochbuchpreis als erster Deutscher. Verliehen wird er alle zwei Jahre vom "Salon International du Livre Gourmand" in Perigeux für das beste Kochbuch außerhalb Frankreichs.
Herbst 2002
Meine Website geht ins Netz.
2002
Ich erhalte erstmals in sämtlichen Gastronomie-Führern die Höchstbewertung.
2003
Der Five Star Diamond Award, die höchste gastronomische Auszeichnung Amerikas, geht an mich.
2004
Für die Weltpremiere von „Ganymée On Water“ kreiere ich als Patron ein Vier-Gang-Menü, das von Oktober bis Dezember rund 25 000 Besucher des Restauranttheaters genießen. Danach gebe ich wegen der zeitlichen Beanspruchung den goldenen Kochlöffel an Marc Haeberlin weiter, denn für mich gilt vor allem die Maxime „Eigener Herd ist Goldes wert“.
Februar 2005
Mit der Gründung der „Kochschule Schlosshotel Lerbach“, deren Patronat ich übernehme, geht für mich eine Vision in Erfüllung. Die High-Tech-Küche in einem ehemaligen Pferdestall des Schlosses realisiere ich in Zusammenarbeit mit Poggenpohl und Gaggenau, um individuelle Kochkurse und Schulungen auf höchstem Niveau anbieten zu können.
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Juli 2005
Ich taufe die Rose „Dieter Müller“ im Garten des Schlosshotels Lerbach und bin sehr stolz darauf, weil ich der erste deutsche Koch bin, dem diese Ehre zuteil wird. Die Duftrose ist eine Neuzüchtung des berühmtesten französischen Rosenzüchters Henri Delbard.
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März 2009
Offizielle Ehrung und Ernennung von Dieter Müller zum Ehrenpräsident der Chefkochvereinigung Chef Heads durch Präsident Guido Fritz.
Mai 2009
Verleihung des Internationalen Eckart Witzigmann-Preises 2009 Übergabe durch Ministerpräsident Günther H. Oettinger am Montag, 18. Mai 2009 in Stuttgart. Man würdigte die herausragende Leistungen der Kochkunst und das besondere Engagement in der Welt der Kulinaristik.