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Ich stehe noch voll im Saft

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Ich stehe noch voll im Saft

GOURMETREISE (Artikelauszug, Interview), Winter 2011 Dieter Müller bringt die MS EUROPA mit seinem Restaurant auf neuen kulinarischen Kurs. Was der 3-Sterne-Koch in Zukunft anpeilt und über die Entdeckung von Gourmet-Groupies und neuen neuen Welten.

Interview: Katharina Wolschner

Mit Ihrem Restaurant Dieter Müller auf dem Luxuskreuzer MS Europa schippern Sie nun 70 Tage im Jahr durch die sieben Weltmeere. Wollten Sie denn immer schon Captain sein?
Müller: Glücklicherweise bin ich ja ausschließlich für den Kurs in meinem Restaurant verantwortlich, aber das Leben auf See ist schon etwas Besonderes. Da sind die Herausforderungen auch ganz anders als an Land. Die Küche ist kleiner und man muss hier mit noch mehr Fingerspitzengefühl enger und familiärer zusammenarbeiten. Aber ich sehe das Ganze als Glücksfall für beide Seiten: Ich kann die Welt sehen, meine Klassiker noch mal auf den Tisch bringen und meine persönliche Handschrift als Kochlegende bereichert das Angebot an Bord.

Apropos Klassiker: Wollten Sie nicht eigentlich in Ruhestand gehen?
Müller: Ich stehe noch voll im Saft und dass ich mich gänzlich vom Herd verabschiede, nur weil ich Lerbach verlassen habe, ist von den Medien ein wenig aufgebauscht worden. Das war aber nie mein Plan. Das Restaurant Dieter Müller auf der MS Europa ist das beste Restaurant, das ich jemals führen durfte.

Auch von der Küche her? Wie würden Sie sich denn selbst bewerten, wenn Sie dürften?
Müller: Ein Restaurant auf See und an Land ist nicht vergleichbar. Das liegt aber einzig und allein daran, dass Kräu- ter und gewisse Gemüsesorten an Bord nicht immer zu
bekommen sind und daher auch gerne improvisiert werden muss. Von der handwerklichen Perfektion der Gerichte und was das Service anbelangt, können die Gäste keinen Unterschied zu meiner aktiven Zeit im Schloss Lerbach finden. Wo es allerdings einen Unterschied gibt, ist in der Umsetzung meiner Klassiker. Ich habe im letzten Jahr so viele neue Märkte gesehen und mich von den verschiedenen Küchen und Produkten der Welt inspirieren lassen. Das hat meine Gerichte modernisiert und meinen Kochstil dementsprechend erweitert. Wie bei meinem Cappuccino von Curry und Zitronengras. Den mache ich im Moment mit der Kafirlimette.

Gibt es denn dann bald einen Dieter Müller reloaded?
Müller: Meine Handschrift als Koch hat sich jahrelang entwickelt, also warum sollte ich jetzt stehen bleiben? Aber mich neu erfinden? Mein euroasiatischer Küchenstil mit italienischen und französischen Akzenten kommt gut an und dafür stehe ich. Ich koche noch immer puristisch, nicht zu viel auf dem Teller, dann lieber mal einen Gang mehr und nicht zu architektonisch. Ich gebe nur das raus, was auch mir selbst schmeckt. Das war schon immmer meine Philosophie.

Und eine, die den Gästen der MS Europa zu schmecken scheint.
Müller: So sieht es zumindest aus. Das Restaurant ist jeden Tag voll belegt und es ist ja auch ein Highlight, bei Dieter Müller essen zu gehen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Aber auch für mich ist ein sehr schöner Effekt eingetreten: Gäste bitten mich durchzugeben, wann ich wieder an Bord bin, um sich dann für genau diese Reise wieder einzubuchen. Das ist für mich persönlich eine tolle Bestätigung. Aber gerade dann muss man sein Bestes geben. Deswegen schule ich auch alle Mitarbeiter persönlich in die immer wechselnden Menüs ein. Schließlich will ich ja das Highlight bleiben.

Wenn die MS EUROPA durch die Weltmeere sticht, dann nicht nur als das einzige Kreuzfahrtschiff, das zum zwölften Mal in Folge mit dem begehrten Prädikat 5-Sterne-plus ausgezeichnet wurde, sondern auch als Benchmark in Sachen fahrende Kulinarik: Im Europa Re- staurant mit den großen Panoramafenstern speisen alle Gäste in einer Sitzung und genie- ßen internationale Köstlichkeiten à la carte, während im Venezia italienische Küche in ihrer schönsten Form präsentiert wird.
Das unumstrittene Highlight ist jedoch das kleine intime Restaurant Dieter Müller des renommierten 3-Sterne-Kochs, wo sich unter seiner Patronanz französische Ursprünge, Einflüsse aus der badischen Küche sowie asiatische und mediterrane Nuancen zu einer einzigartigen Melange vermischen. Von der Qualität der Produkte überzeugt sich der Grandseigneur immer persönlich. Entweder direkt an Bord des Schiffes, denn er reist selbst mindestens 70 Tage im Jahr selbst mit, oder in seiner Kochschule in Odenthal, wo er Alaskalachs oder japanische Jakobsmuscheln genau unter die Lupe nimmt. Diese werden dann in den wechselnden Menüs gekonnt zu Dieter Müllers Klassikern verwandelt, die er mit immer neuen Inspirationen von den Reisen verfeinert.

Doch um der kulinarischen Kompetenz der MS EUROPA die Krone aufzusetzen, versammeln sich jährlich die besten Köche, Winzer, Chocolatiers, Pâtissiers und Fromagers Europas rund um MS-EUROPA-Küchenchef Stefan Wilke und zünden bei dem spektakulären Event EUROPAs Beste ein fulminantes Feuer- werk an internationalen Besonderheiten. Wer all diese Highlights erleben möchte, der bucht sich am besten auf der Reise vom 9. bis 21. Juni 2012 von Bilbao über Bordeaux nach Antwerpen und Amsterdam bis Hamburg ein.

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Autorin: Katharina Wolschner
Quelle: GourmetReise – Das Magazin für Genießer, Ausgabe 23

Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung der Redaktion “GourmetReise” veröffentlicht. Herzlichen Dank dafür!